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Aydýn |
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Tralleis Eine stattliche Ruine am Ortseingang von Aydýn, den die Einwohner "Üçgözler" nennen, stammt von einem römischen Gymnasion aus dem 2. oder 3. Jahrhundert. Blickt man von der Ruine aus nach Nordosten, sieht man eines der größten Theater der ägäischen Region, das die Form einer ausgedehnten Schale hat. In dem Museum von Aydýn sind unvergleichliche und reichhaltige Funde aus dem Nekropol der antiken Stadt ausgestellt. Trallais ist berühmt für sein Leder, das man im Altertum herstellte, und für seine Töpferwaren "Terra Sigilata" (gesiegelte Erde) aus rotem Ton. Der Architekt, der die Hagia Sophia in Ýstanbul baute, stammte aus Trallais. NyssaNyssa liegt auf einem Berg im Norden der Kreisstadt Sultanhisar, die man über die Straße Aydýn – Denizli erreicht. Sultanhisar liegt 34 km hinter Aydýn. Laut dem Geographen Strabon, der in dieser Stadt seine Ausbildung genossen hat, entstand Nyssa mittels der Zusammenlegung dreier Dörfer, die wiederum von drei Brüdern namens Athymbros, Athymbrados und Hydreleos gegründet worden waren. Die Stadt liegt zu beiden Seiten eines Baches und war so entworfen, dass im Westen mit einem Gymnasion und einer Bibliothek die Stadt der Jugendlichen lag. Im Osten dagegen befand sich die Stadt der Alten, die eine Agora, ein Boulevterion und ein Gerontikon umfasste. Der Bach in der Mitte war überdeckt, so dass die Stadt an Raum gewann. Am Nordende dieses Tunnels, durch den der Bach floss, stand das Theater und im Süden ein Stadion. Heute sind nur 200 m dieses Tunnels erhalten. An dem Bühnenteil des Theaters sind Reliefs zu sehen, die man auf das Ende des 2. Jahrhunderts datiert. Akharakha – SalavaltýÜber einen Weg, der vor Sultanhisar 2 km in Richtung Westen und dann Richtung des Dorfes Salavaltý führt, erreicht man den Tempel des Pluto, dem Gott des Todes. Der Weg war einst ein heiliger Weg und mit der antiken Stadt Nyssa verbunden. An beiden Seiten des Weges sind Grabmonumente zu sehen. Der Tempel, im Osten des Dorfes gelegen, ist in ionischem Baustil errichtet und stammt aus der hellenistischen Zeit. Die Menschen der Antike waren bemüht, Nachrichten aus dem Jenseits zu erhalten, indem sie in den schwefelhaltigen Höhlen einen Stier als Opfertier hinterließen. Dies kann als Beispiel dafür angesehen werden, in welcher Weise die Menschen dieser Zeit auf geologische Ereignisse reagierten. Von Aydýn nach Muðla AlindaFahren Sie von Aydýn nach Muðla, kommt nach 32 km die Abzweigung nach Karpuzlu, an der Sie auch ein Hinweisschild auf die antike Stadt Alinda sehen. Alinda war eine karische Stadt, gegründet auf einem Berg im Nordwesten der Dörfer Deve Cidere und Karpuzlu, die man nach 26 km nach der Abzweigung erreicht. Die Dörfer liegen 22 km im Westen von Çine. Auf dem Weg nach Alinda sehen Sie, nachdem Sie das Dorf Ulukonak hinter sich gelassen haben, zuerst ein gut erhaltenes Aquädukt. Die Stadt Alinda liegt direkt neben der Kreisstadt Karpuzlu und es wird Ihnen sicherlich auffallen, dass zum Bau eines Teils der Häuser von Karpuzlu Ruinen der antiken Stadt verwendet wurden. Alinda kennt man als die Stadt der Königin Ada (Das eindrucksvolle Gästezimmer, den Sarkophag und Schmuck der Königin Ada können Sie in der Festung von Bodrum besichtigen. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel "Bodrum"). Als Alexander der Große in die Region kam, leistete ihm die Königin Ada Gehorsam, woraufhin Alexander der Große die Stadt nicht unter seine Herrschaft nahm und ihre Führung der Königin Ada überließ. Eines der eindruckvollsten Bauwerke der antiken Stadt, die noch heute erhalten sind, ist die 100 m lange Agora. Auch ein großer Teil des 5 000 Personen fassenden Theaters, das auf dem Gipfel des Berges liegt, ist noch gut erhalten. Weitere Ruinen der Stadt, in der keine Ausgrabungen vorgenommen wurden, stammen von dem Palast, von Grabmonumenten und der Stadtmauer. AlabandaAlabanda liegt 10 km von der Kreisstadt Çine entfernt, bei dem Dorf Doðanyurt (Araphisar). In dieser alten karischen Stadt lebten Hititer, Akarier und Römer. Tragbare Funde von Ausgrabungen sind in den archäologischen Museen in Ýstanbul und Ýzmir ausgestellt. Zwischen den Ruinen sind zwei Eingangstore und ein paar Stufen des Theaters zu sehen, das auf den Anhöhen des Hügels erbaut wurde, auf dem die Akropolis steht. Weiterhin findet man Überreste des Senatums, eines Apollon-Tempels und der Stadtmauer. Auf dem Nekropol im Westen wurden Grabmonumente freigelegt. Der Name Alabanda ist eine Zusammensetzung der Worte "Ala" und "Banda", die "Pferd" und "Sieg" bedeuten. Der berühmte Geschichtsschreiber Strabon berichtet, dass die Bevölkerung der Stadt sehr dem Vergnügen zugeneigt gewesen wäre und sich in Alabanda viele junge Mädchen befanden, die Harfe spielten. Gerga6 km im Osten der Straße Çine-Muðla zweigt eine Straße in Richtung des Madran-Gebirges ab, auf der man nach 15 km das Dorf Kýrsakallar erreicht. Die Ruinenstätte Gerga, zu der man mit einem Führer aus dem Dorf gelangen kann, ist eine der eigentümlichsten Siedlungen, die man in der Türkei findet. Auf allen Felsen am Eingang der Ruinenstätte befinden sich Inschriften, die die Richtung angeben. Die meisten Inschriften sind in Altgriechisch und nur eine einzige ist auf Latein. Laut diesen Inschriften handelte es sich um eine Siedlung, in der die Einwohner unter Führung des Dorfgründers Gerda zu Beginn der römischen Epoche, in einem sicheren Zeitalter also, Statuen ihrer Hauptgöttin aufstellten, in der Umgebung Gräber anlegten und Brunnen bauten sowie auf den Feldern Landwirtschaft betrieben. Der Name der antiken Siedlung steht auf den Felsen geschrieben und wird mit "Gergakome" widergegeben, was "Dorf Gerga" bedeutet. Das Dorf muss wohl unter der Verwaltung der Stadt Alabanda gestanden haben. Auch von Ýncekemer aus kann man, hält man sich Richtung Norden, nach Gerga wandern. Ýncekemer liegt an der Landstraße Muðla. Das Çine-TalHinter den Orten Çine und Eski Çine konnte man früher ein interessantes Tal passieren, durch das sich der Çine-Fluss schlängelte und dessen Umgebung mit Lilien in allen Farben geschmückt war. Ebenso eindrucksvoll sind die Felsformationen des Tales, als hätte es Steine vom Himmel geregnet, die sich dann übereinander aufgehäuft haben. Dieses schöne Tal mit dem Çine-Fluss wurde in der Mythologie Gegendstand der Marsyas-Legende, die folgendermäßen erzählt wird: Die Göttin Athene wandelte eines Tages am Ufer des Flusses, der durch das Tal fließt, und sah in der Spiegelung des Wassers, dass ihre Wangen vom Schalmeispielen ganz angeschwollen waren. Ihr Spiegelbild erschien der Göttin häßlich und sie warf daraufhin das Instrument schleudernd weg. Marsyas, der die Schalmei fand, beherrschte mit der Zeit das Instrument so gut, dass man überall von seinem Flötenspiel erzählte. Der König Apollon, der sich in der Musik als konkurrenzlos betrachtete, fühlte sich herausgefordert und lud Marsyas zu einem Wettspiel auf der Schalmei ein. Der König Midas wurde zum Schiedsrichter ernannt. Obwohl Marsyas die Schalmei schöner zu spielen wußte, wurde er zum Verlierer erklärt, aber Apollon konnte seine Eifersucht nicht besiegen und ließ Marsyas die Haut abziehen, während er die Ohren des König Midas in Eselsohren verwandelte. Aber später bereute Apollon seine Tat und wandelte den Körper des Marsyas in einen Fluss gleichen Namens um. So entstand der heute "Çine" genannte Fluss. Doch dieses schöne Tal mit seinem Fluss, das selbst Gegenstand von Legenden wurde, wird in kurzer Zeit von dem Wasser eines Staudammes überflutet werden. Die alte Straße, die sich schlängelnd durch das Tal zieht und die es möglich machte, sämtliche Schönheiten des Tales zu betrachten, kann nunmehr nicht mehr benutzt werden. Der neue Weg führt oberhalb des Tales vorbei und er entpuppt sich als zweispurige Landstraße. Früher brauchte man 30 – 45 Minuten, um das Tal zu passieren, heute reichen 10 Minuten aus. Auch eine historische Steinbrücke in der Mitte der alten Straße wird von dem Wasser des Staudammes überflutet werden und die Reisebusse werden an dieser Stelle keine Pause mehr einlegen können. Auch die Verkäufer werden die Gegend verlassen. |
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