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Kaunos, Sülüklü und Dalyan

Die antike Stadt Kaunos

Kommen Sie mit dem Boot aus Dalyan, erreichen Sie nach einem 10 minütigen Fußmarsch von der Anlegestelle aus die antike Stadt Kaunos. Yachten, die vom Meer kommen, gehen bei der Insel Delikli vor Anker  und fahren dann mit dem Boot zu der Anlegestelle der Ruinenstätte. Kaunos war aus der Sicht des Handels eine wichtige Hafenstadt. Da sich mit der Zeit jedoch das Meer durch Anschwemmungen auffüllte, wurde der Hafen unbenutzbar. Laut Herodot, dem Vater der Geschichte, gehörten die Einwohner von Kaunos zu dem Volk der Karier, sie selbst aber zählten sich zu den Kretern. Auch der Geograph Strabon schrieb, dass sich in Kaunos eine Schiffswerft befand und die Stadt einen Hafen hatte, den man am Eingang schließen konnte. Die Stadt soll Kaunos, der Sohn des Miletos, gegründet haben, von dem man sagt, dass er mit seiner Zwillingsschwester eine unpassende Beziehung eingegangen sei. Die Felsengräber, die man ebenfalls von Dalyan aus sehen kann, wurden im 4. Jahrhundert v.Chr. gebaut und fanden auch später in der römischen Epoche Verwendung. In den Gräbern, die im lykischen Stil erbaut wurden, befinden sich drei Steinbetten, auf die die Toten gelegt wurden. Auf der Vorderseite stehen zwei ionische Säulen, auf denen Friese und Verzierungen, unter anderem das Relief eines Löwen, zu sehen sind. Der Hafen der Stadt befand sich unterhalb der Akropolis an der Stelle, an der heute der Sülüklü-See liegt.

Zu dieser Zeit hat demnach das Meer die Akropolis umspült. Als die Perser dabei waren, das gesamte Anatolien zu erobern, geriet die Stadt unter die Herrschaft des Mausolos. Im Jahre 334 v.Chr., als Alexander der Große siegreich gegen die Perser kämpfte, herrschte die Prinzessin Ada über die Stadt. Ihr folgte Antigonos, danach Ptolemaios. Kaunos stand unter der Souveränität des Königreichs von Rhodos, des Königreichs von Bergma und später der Römer. Als sich der Hafen mit Anschwemmungen zu füllen begann, verlor die Stadt zunehmend an Bedeutung.

Die Akropolis wurde auf dem 152 m hohen Hügel errichtet. Die Stadtmauern auf der nördlichen Seite stammen aus dem Mittelalter. Die lange Stadtmauer begann auf der Nordseite des Hafens und zog sich bis zu einem steilen Fels in der Nähe des Dorfes Dalyan. Der Nordteil der Stadtmauer wurde unter Mausolos gebaut und der nordwestliche Abschnitt entstand in der hellenistischen Epoche. Der Teil der Stadtmauer hingegen, der sich gen Hafen erstreckt, stammt aus dem Altertum. Das Theater liegt auf den Ausläufern der Akropolis und umfasst 33 Sitzreihen. Eine der Bauruinen auf der Westseite des Theaters stammt von einer Kirche, die im Stile einer Basilika errichtet worden war. Andere Ruinen gehören zu einem römischen Bad und zu einem Tempel. Hinter einem nicht fertig gestellten Bauwerk mit Säulen, das unterhalb des Theaters liegt und in Form eines Kreises errichtet wurde, befindet sich ein Podium, das in drei Stufen ansteigt. Hier sieht man auch Ruineneines Tempels. Um was es sich bei dem in Form eines Kreises errichteten Bauwerk handelt, ist dagegen nicht bekannt.

Bei Ausgrabungen im Norden des Sülüklü-Sees, des ehemaligen Hafens der Stadt, wurde eine Stoa freigelegt, in deren Umgebung man viele Sockel von Statuen ans Tageslicht beförderte. Die Statuen dagegen konnten nicht gefunden werden. Ein Brunnen in der Nähe der Stoa wurde restauriert. Um diegesamte Stadtmauer und alle Türme zu sehen, muss man einen ziemlich langen Entdeckungsspaziergang machen.

Der Sülüklü-See und das Dorf Çandýr

Nach der Besichtigung der antiken Stadt Kaunos kann man noch zu dem See Sülüklü, wo sich einst der antike Hafen befand, und in das Dorf Çandýr gehen. An der Anlegestelle des Dorfes Çandýr liegen stets Ausflugsboote Reihe in Reihe. Diese Boote stehen den Yachten zu Diensten, die sich Ýstuzu nähern und bringen die Yachtfahrer nach Alýr Dalyan und zu dem Schlammbad. Bei der Anlagestelle sieht man Aushöhlungen, die in die Felsen gemeißelt wurden. In diesen Aushöhlungen wurde Riesenfeuer entzündet, die den Schiffen, die sich dem antiken Hafen näherten, um ihre Fracht nach Kaunos zu bringen, den Weg wiesen.Der Hafen des Dorfes war die Werft des antiken Kaunos. Geht man von diesem aus 15 Minuten weiter, gelangt man auf den Platz des Dorfes. Erklimmt man den Hügel, kann man das gesamte Dalyan-Delta, den Ýstuzu-Strand und Kaunos aus der Vogelperspektive betrachten. Gözleme mit Ayran, das die Frauen des Dorfes Çandýr zubereiten, wird die Belohnung für diese Wanderung sein.

Die Umgebung von Dalyan

Biegt man nicht auf den letzten Kilometer der Straße, die von Dalyan aus an den Ýstuzu-Strand und zu der Anlage Dalyanaðzý-Plaj führt, in Richtung des Strandes ab, sondern nimmt die Straße nach links in Richtung des Gebirges, erreicht man die Bucht Aþý. Auf dem Weg steht der Radarturm der türkischen Telekom, unter dem sich Dalyan ausbreitet. Die Straße ist zum größten Teil asphaltiert und schlängelt sich kurvig zwischen Pinienbäumen. Nähert man sich den Gipfeln des Gebirges, kann man an jeder Kurve das Dalyan-Delta aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Zu dem Radarturm führt ein stabilisierter Weg. Haben Sie den Gipfel erreicht, auf dem der Turm steht, wird Sie ein außergewöhnliches Panorama erwarten: Auf der einen Seite das Delta, die Kanäle, der Strand und Dalyan, etwas weiter weg Köyceðiz mit seinem See und dahinter das Sandras-Gebirge. Auf der anderen Seite im Westen sehen Sie an den Stellen, an denen die steilen Anhänge das Meer erreichen, schöne Buchten, etwas weiter entfernt die Küste von Sarýgerme und die Insel Baba…

Wenn Sie den Weg fortsetzen, gelangen Sie zu der Aþý-Bucht, die sich unter den Schiffen der "Blauen Reise" großer Beliebtheit erfreut. Die dortigen Buchten sind ideal zum Picknick machen und Sie können, ohne beobchtet zu werden, ins Meer gehen.

 
 
 
 

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