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Tuzla, Bafa und Heraklia

Tuzla

Das Sumpfgebiet Tuzla umfasst ein Gebiet von 380 Hektar. Über Winter finden dort Zugvögel Unterschlupf und es ist von Olivenbäumen, Tamarisken und Pinien umgeben. Hauptsächlich ist in diesem Gebiet der Pelikan anzutreffen, aber auch viele andere Vögel finden sich dort

ein, darunter verschiedene Arten von Enten. Das Sumpfgebiet ist voller Wasserpflanzen und kleiner Lebenwesen, was ein reiches Fischvorkommen gewährt. Zunehmende Bebauung der Umgebung und übermäßige Jagd bedrohen das Sumpfgebiet.

Der Bafa-See

Bis vor 2 000 Jahren war die Tiefebene Söke vom Meer bedeckt und es befand sich hier ein großer Golf. Durch Anschwemmungen, die der Fluss Büyük Menderes mit sich führte, füllte sich der Golf und es entstand eine Tiefebene. Der heutige Bafa-See blieb, als Teil des Meeres, das einst das Gebiet überflutete, zurück. Auf dem See liegen zwei Inseln. Eine dieser Zwillingsinseln ist eigentlich keine Insel, sondern über eine Sandbank mit dem Festland verbunden. In dem Bafa-See werden Fische verschiedenster Art gefangen. Früher gab es in dem See viele Karpfen, aber wegen der Versalzung des Wassers ist es heute nicht mehr möglich, einen Karpfen zu angeln. Möchten Sie den See besichtigen, können Sie Motorboote benutzen, die zu den Inseln und der antiken Stadt Herakleia fahren. Auf diesen Fahrten werden auch Schwimmpausen eingelegt. Die Boote fahren ab, wenn sich 25 Reisende auf ihnen eingefunden haben. Möchten Sie als Großfamilie nicht warten, bis sich die Boote gefüllt haben, können Sie auch ein eigenes Boot mieten. Auf den Inseln im See wurden Klöster und Kirchen errichtet, von denen das "Yediler"-Kloster das älteste ist. Olivenbäume säumen die Umgebung des Sees und in den Restaurants am Ufer werden alle Gerichte mit Olivenöl zubereitet. Selbst Omlett wird in Olivenöl ausgebacken.

Herakleia/Latmos

Die antike Stadt Herakleia erreicht man von dem Ende des Sees aus, das Richtung Bodrum liegt, wenn man bei dem Dorf Çamiçi abbiegt und einer 9 km langen Asphaltstraße folgt. In der Schule des Dorfes können Sie einen Plan der antiken Stadt erhalten. Interessant sind auch die Felsen in der Umgebung, die die Form von Amphoren haben. Die Straße führt zu dem Dorf Kapýkýpý und vor dem Dorf zweigt eine Straße ab, die zum Ufer des Sees führt. Kapýkýpý ist einer der Orte, die vom Tourismus neu entdeckt wurden. Alle Jugendlichen des Dorfes betätigen sich als Amateurreiseführer und bieten in Begleitung von Eseln Ausflüge zu den Ruinen auf dem Berg an. Während des 5 – 6 stündigen Aufstiegs führen sie die Ausflügler zu den Ruinen eines antiken Theaters, das an einem Ort in der Nähe des Dorfes Karpuzlu liegt, den man "Arap Avlusu" nennt. Die Jugendlichen sprechen auch ein paar Brocken Deutsch und Englisch. Herakleia, das im hellenistischen Baustil errichtet wurde, ist regelmäßig angeordnet. Es ist besonders interessant, die Stadt aus dem Blickwinkel der Verteidigung zu betrachten. Ebenfalls lohnt es sich, die Bauart der Stadtmauern und die gut erhaltenen Türme zu studieren. Auf einer ebenen Stelle, auf der sich auch die Grundschule befindet, stand die mehrstöckige, hellenistische Agora. Der Tempel der Athene, der auf einem Felsen steht, war durch seine Inschriften auf Marmor leicht zu identifizieren. Ein Boulevterion im Innenhof eines Hauses östlich der Agora, der Endymion-Altar, ein grober Bau, den man sehen kann, wenn man zum Ufer des Sees hinabsteigt, und ein Theater auf den höher gelegenen Abhängen sind die wichtigsten Bauwerke der Stadt, deren Ruinen verstreut zwischen den Gneisfelsen und Olivenbäumen liegen. Die Pfade und Pflastersteinwege, die zu dem Berg Beþparmak hinaufführen, ausfindig zu machen und sowohl die weiter oben gelegenen Verteidigungstürme wie auch die christichen Monumente aus dem 10. bis 13. Jahrhundert zu erreichen, die sich in der Umgebung  des Sees und auf den Inseln befinden und die an die entwickelten Bauwerke Kapadokiens erinnern, wird die Entdeckungslust der Wanderer anstacheln. Natürlich nur unter der Bedingung, dass man einen örtlichen Führer bei sich hat. Die Geschichte von Heraklia reicht, soweit sie bekannt ist, bis in das 5. Jahrhundert v.Chr. zurück. Die Stadt, die ihre glänzendste Epoche in der hellenistischen und römischen Zeit erlebte, gelangte durch Seehandel zu Reichtum. Sie war in der byzantinischen Epoche auch Zentrum des Bistums. Der heilige Platz Endymion wurde in der christlichen Epoche ebenfalls als heilig betrachtet. In Bezug auf Endymion gibt es eine interessante mythologische Überlieferung: Die Königin des Mondes, Selene, sah eines Nachts hier den schlafenden Hirten Endymion und verliebte sich in ihn. Zeus war auf diese Liebe der Selene eifersüchtig und bestrafte zornerfüllt den Hirten. Er verurteilte den Hirten dazu, dass er niemals aufwache und ewig in dem jugendlichen Schlaf verharre. Seit diesem Tag schläft Endymion dort, ohne jemals erwacht zu sein. Während aber der Hirte im Schlaf seinen Träumen nachhing, kam die Mondgöttin Selene jede Nacht und legte sich an seiner Seite nieder. Auf diese Weise gebar Selene dem Hirten Endymion genau fünfzig Kinder.

 
 
 
 

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