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Knidos – Die Stadt der BerühmtheitenKnidos war in Wissenschaft, Architektur und Kunst eine führende Stadt. Der in der Geschichte bedeutende Gelehrte für Astronomie und Mathematik, Eudoksus, der Arzt Euryphon, der berühmte Maler Polygnotos und der Architekt des Alexandria-Leuchtturms, der zu den sieben Weltwundern zählte, Sostratos, haben hier gelebt. Der Arzt Euryphon und seine Schüler haben in Knidos eine Schule für Medizin gegründet, die zweitgrößte zu dieser Zeit. Die Sonnenuhr, die Eudoksus entwickelte und die zu den größten Erfindungen der damaligen Zeit gehört, kann man noch heute in der Ruinenstätte sehen. Antike Siedlungen auf der Halbinsel KnidosKnidos ist die beeindruckendste Ruinenstätte der Region. Sie sollten unbedingt eine Gelegenheit finden, um sie zu besichtigen. Knidos wurde zuerst bei dem Ort Burgaz an der Landzunge Dalacak gegründet, der 1,5 km im Nordosten der heutigen Kreisstadt Datça liegt. Danach wurde die antike Stadt an die Landzunge Tekir an der Westspitze der Halbinsel verlegt. Wenn Sie auf dem Landweg mit Ihrem eigenen Fahrzeug nach Knidos gelangen wollen, so fahren Sie von Datça aus Richtung Marmaris. An der Abzweigung nach Knidos biegen Sie nach links und fahren 33 km weiter (am Anfang des Weges steht ein Schild, auf dem 35 km ausgewiesen sind, aber wir haben 33 km gemessen). Diese asphaltierte Straße führt bis zu der Ruinenstätte, an deren Eingang Sie den Weg zu Fuß fortsetzen werden. Am Rande dieses Weges können Sie zahlreiche Mandelbäume sehen. Auf die Mandeln aus Datça läßt man nichts kommen und man sagt, dass die besten Mandeln der Türkei aus Datça stammen. Wir haben den grünen Mandeln, die im Februar reif werden, aber deren Geschmack zu testen wir noch im Juni die Chance hatten, hundert und nochmal hundert Punkte verliehen. In Datça füllt man Feigen mit Mandeln und schiebt sie in den Ofen, eine Süßspeise, die wir an keinem anderen Ort gesehen haben.Nach einer Abzweigung beginnen die Stadtmauern von Knidos, die Sie stellenweise auf Ihrem Weg begleiten. Am Eingang zu der antiken Stadt befindet sich ein Schalter und die Unterkunft der Museumsbediensteten. Sie stehen an der äußersten Spitze der Halbinsel, Richtung Süden und Norden liegen zwei Buchten. Von welcher Seite der Wind auch wehen mag, die jeweils andere Seite bleibt windstill. Wo das Ägäische Meer endet und das Mittelmeer beginnt ist zwar umstritten, aber es gibt die Ansicht, dass sich dieser Punkt an dem äußersten Ende der Halbinsel befindet, an dem Knidos gegründet wurde. Ein Rundgang durch die antike Stadt wird durch erklärende Schilder erleichtert. Ein Gesamtplan der Ruinenstätte gibt es allerdings nur auf Englisch.Der Geschichtsgelehrte Strabon hat die Stadt mit einem Theater verglichen, das von der Küste Richtung Akropolis ansteigt. Auf der Halbinsel, die den Binnen- und den Außenhafen voneinander trennt, standen Privatgebäude und auf terassenförmigen Plateuas auf den Anhöhen, die über dem Binnenhafen mit einer leichten Neigung zur Akropolis emporsteigen, befanden sich öffentliche Gebäude. Vier Hauptstraßen, die sich in einer Ausdehung von 10 m Richtung Osten und Westen erstreckten, sind auf diesen Plateaus als Geraden gebaut worden und sie waren über Treppen sowie über steile Wegen miteinander verbunden. Die Stadt war von einer 4 km langen Stadtmauer vollständig umschlossen und umfasste den Bereich zwischen dem Militärhafen und der Akropolis und reichte im Süden bis zu dem Handelshafen. Die Halbinsel war früher eine Insel, die man "Deveboynu" nannte. Mit der Anbindung dieser Insel an das Festland schuf man an jeder der beiden Seiten einen künstlichen Hafen. An dieser aufgefüllten Stelle öffnete man einen Kanal, um ihn als Durchgang zu verwenden. Der Hafen im Norden wurde als Militärhafen genutzt und an seinen beiden Seiten befanden sich runde Kontrolltürme. Die Einfahrt zum Hafen war mit Ketten abgesperrt. Der Kontrollturm im Süden ist bis heute erhalten geblieben. Der Binnenhafen im Süden dagegen war ein Hafen, an dem größere Schiffe und Handelsschiffe anlegten.In Knidos gab es zwei Theater, das eine mit einer Kapazität von 20 000, das andere miteiner Kapazität von 5 000 Personen. Das kleine Theater lag im Süden in der Nähe des Handelshafens und das große Theater auf der Akropolis. Da jedoch Steine wie Marmor im 19. Jahrhundert von Schiffen weggebracht wurden, ist heute von den Theatern nichts mehr vorzufinden.Der schönste Punkt der Ruinenstätte ist der Tempel der Aphrodite, von dem aus man über beide Häfen blicken kann. Der Durchmesser des rund angelegten Tempels beträgt 17 m. Die Statue der Aphrodite stand in der Mitte des Tempels und die Türen öffneten sich zu der Statue hin. Heute sieht man nur noch den Sockel der Statue. Ein weiterer, interessanter Punkt auf dem Rundgang durch die Ruinenstätte ist die Sonnenuhr, die sowohl Jahreszeiten wie die Uhrzeit angibt. Auf dem höchsten Punkt, zu dem sich die Stadt stufenförmig wie ein Theater erhebt, befindet sich der Tempel des Apollo. Direkt über dem Theater, das weiter unten lag, stand der Korint-Tempel, ein Werk des Architekten Stratos. Auf einer Terasse in der Mitte des Weges, der zum Apollo-Tempel führt, stand ein dorischer Tempel. An seine Stelle wurde in frühchristlicher Zeit eine Kirche gebaut. Die Böden der Kirchen, die man in Knidos baute, sind mit ihren farbigen Mosaiken noch heute zu sehen. Eine Säulenhalle (Stoa), an der seit 1996 Ausgrabungen durchgeführt werden und die heute zu zwei Dritteln freigelegt ist, wurde im 3. Jahrhundert von dem berühmten Architekten aus Knidos, Sostratos, erbaut. In dem Bauwerk von 113 m Länge und 16 m Breite kamen kleine Zimmer in der Größe von 5 X 3,8 m an das Tageslicht. Alle Zimmer öffnen sich gen Süden zu dem Platz. Funde von Ausgrabungen der antiken Stadt sind in einem kleinen Museum ausgestellt, das sich innerhalb der Ruinenstätte befindet. Anfahrt, Essen und Trinken In der Ruinenstätte gibt es ein Restaurant, das den Sommer über geöffnet ist. Wenn Sie nicht mit dem Privatwagen nach Knidos fahren, so wählen Sie den Weg über See. Motorboote fahren in Datça ab und bringen Sie auch wieder zurück. Darüber hinaus fahren Minibusse bis 7km vor die Ruinenstätte. Detaillierte Informationen über Knidos finden Sie in dem Buch "Antike Städte der Türkei", das in der Reihe "Gezi Kitaplarý" erschienen ist. Die Statue der nackten Aphrodite Knidos war in der antiken Zeit vor allem wegen seiner Statue der nackten Aphrodite berühmt. Die Statue, die Praksiteles schuf, war derart schön und berühmt, dass Besucher aus anderen Städten anreisten, um die Statue zu betrachten. Zu dieser Zeit war es zwar üblich, Statuen von nackten Göttern zu meißeln, aber bei Statuen von Göttinnen war üblicherweise nur die vordere Halspartie und eine Brust entblößt. So handelte es sich um die weltweit erste Statue einer nackten Göttin. Selbst als die Einwohner von Knidos die glänzendste Epoche hinter sich gelassen hatten und verarmt waren, wiesen sie ein großzügiges Angebot des Königs von Bithynien zurück und zogen es vor, ihre Notlage zusammen mit der Statue zu erdulden. Bis heute konnte man diese Statue nicht finden, aber ihr Sockel steht noch an seinem Platz. In den Jahren 1967 – 77 führten Amerikaner Schürfungen durch, um die Statue zu finden. Danach wurden Schürfungen von der Türkei verboten. Unter Vorsitz von Prof. Ramazan Özgen werden die Ausgrabungen derzeit weitergeführt. Das alte Knidos (Burgaz) Knidos wurde zuerst bei dem Ort Burgaz, der 1,5 km im Nordosten von Datça liegt, an der Landzunge Dalacak von den Doren gegründet. Knidos war das Zentrum von 6 Städten (Halikarnossos bei Bodrum, Kos bei Ýstanköy, Ialisos auf Rhodos, Kamiros und Lindos), die ebenfalls von den Doren gegründet worden sind. Im 7. Jahrhundert v.Chr. entwickelte sich die Stadt und ihre Einwohnerzahl stieg. Sie widerstand zwar dem Angriff der Perser, ergab sich aber danach. Die Stadt war auch Austragungsort von Feierlichkeiten des aus 6 dorischen Städten bestehenden Staates, die wissenschaftliche, religiöse und sportliche Bereiche umfassten. Nachdem Knidos an die Landzunge Tekir verlegt wurde, verließen die Einwohner die hiesige Siedlung nicht vollständig. Sie führte ihre Existenz unter dem Namen Stadia weiter, der später in "Datça" geändert wurde. Die Ruinenstätte Burgaz liegt auf einer kleinen Halbinsel, die sich 12 m über dem Meeresspiegel erhebt. Die Halbinsel ist von einer 400 m langen Stadtmauer umgeben. Wandert man dort umher, sieht man rechts und links verstreute Scherben von Tonkrügen und Schüsseln. Ausgrabungen in der Ruinenstätte dauern derzeit an. In der Stadt hatte der Fischfang, die Weinherstellung und der Olivenanbau große Fortschritte gemacht hatten und ihren Wein suchte man am jeden Ort. So ist bekannt, dass es in dem altem Knidos Stätten umfangreicher Weinproduktion und –lagerung gab. Ein Teil der Ruinen stammt von diesen Stätten. Ruinen des Hafens Sarý Spuren des alten Knidos sieht man auch im Hafen Sarý, der auf dem Weg nach Emecik im Süden von Datça liegt. Die wichtigsten Ruinen hier gehören zu einem Apollo-Tempel. Bei Ausgrabungen an der Stelle, an der sich der Tempel befindet sowie in seiner Umgebung, stieß man auch auf Spuren von weiteren Tempeln und Kirchen, die späteren Epochen zuzurechnen sind. |
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