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HALÝKARNASSOS

Halicarnassos wurde an einer Stelle gebaut, an der sich ein kleines Städtchen namens Zephyria befand, gelegen auf der Halbinsel, auf der heute die Festung steht. Ihr Gründer ist Anthes, der Sohn des Troezenli Poseidon. Das Volk der Aiol, die Ionier und danach die Dorer vereinigten Halicarnassos im Laufe der Zeit mit sechs umliegenden Städten. Halicarnassos erfuhr in der Zeit des karischen Statthalters Mausolos sein größtes Wachstum. Mausolos, der von den Möglichkeiten wußte, die Hafenstädte mit sich bringen, ließ die mit Stadtmauern umringte Stadt nach hellenistischen Traditionen ausbauen. Halicarnassos, das man im römischen Zeitalter rühmte, weil die Stadt eine lange Zeit über nicht von Erdbeben heimgesucht wurde, war der Geburtsort des Geschichtsschreibers Herodot.

Im Jahre 1291 geriet die Stadt unter die Herrschaft der Menteþe-Türken, 1424 begann die Osmanische Epoche, während der die Stadt innerhalb der Bezirksgrenzen blieb, die die Menteþe-Türken festgelegt hatten.

Gattin und Schwester des Mausolos, nach dem Tod des karischen Statthalters im Jahre 350 v.Chr. weiterbauen ließ, war Pytheos. Das Bauwerk, das sich auf einem weiten Grundtück im Zentrum von Halicarnassos emporstreckte, war an seinem Sockel mit Statuen verziert. Auch die Mauern des mittleren, aus ionischen Säulen bestehenden Teiles, waren mit aneinander gereihten Reliefs geschmückt. An der Spitze der Pyramide standen zwei Figuren auf einem Pferdewagen. Die berühmten Bildhauer Skopas, Leokhares, Bryaksis und Timotheos arbeiteten an diesen Reliefs und Statuen. Wie man sieht, hat die Stadt aus künstlerischer Sicht einen Höhepunkt erlebt und das Grabmonument ging in alle Sprachen als "Mausoleum" ein. Die Leiche des Mausolos wurden in einem Riesenfeuer verbrand und nachdem man seine Asche zusammen mit Todesgaben in den Grabraum gestellt hatte, wurde die Türe mit einem übergroßen Stein versperrt. Auf den Stufen zum Eingang des Grabes wurden Knochen von Opfertieren gefunden, die geschlachtet wurde, um den Toten bei seiner letzten Reise zu begleiten. Die Ritter von Rhodos, die den Grabbau als Steinbruch verwendeten, bauten die St.Peter-Festung in Bodrum. Sir Charles Newton, der 1857 im Auftrag des Britischen Museums Ausgrabungen an der Stätte des Mausoleums durchführte, hat die verbliebenen Funde zusammengetragen und sie dem genannten Museum überstellt. In den letzten Jahren führte der Däne Christian Jeppesen Untersuchungen und Ausgrabungen mit modernen Mitteln durch und man begann, die dabei zu Tage geförderten Funde in einem Museum in der Nähe des ehemaligenMausoleums auszustellen, das sich über dem alten Weg nach Gümüþlü auf einem kleinen Hügel am Ende der Straße befindet, die von der Moschee ins Stadtinnere führt.

Antike Siedlungen auf der Halbinsel Bodrum

Neben Halikarnassos gibt es auf der Halbinsel noch mindestens 12 weitere antike Städte. Diese sind Pedasa, Telmissos (Gürece), Temera und die Festung Aspat, (Ortakent),  das alte und neue Myndos, Uranion, Madnasa, Sýbda (Side), das Neue Karyanda, Syangela, Theangela, Kindye (Sýðýrtmaç), das Alte Karyanda und Bargylia. Ein großer Teil von ihnen sind lelegische Siedlungen. In der Epoche des 2. Mausolos, König von Halikarnassos, wurde die Bevölkerung von sechs dieser Ansiedlungen gezwungen, sich in Halikarnassos niederzulassen. Was das Alte Myndos und Syangela betrifft, so wurden diese Ansiedlungen an anderen Orten im hellenistischen Stil neu gegründet. Damit wurde gewährleistet, dass anstelle verstreuter und kleiner Städtchen ein starkes und aufblühendes Halikarnassos entstand. Mit Ausnahme von Bargylia bestehen die bis heute erhaltenen Überreste der Ansiedlungen meist aus der Stadtmauer und aus Teilen des Festungturmes. Im Allgemeinen wurden die Ansiedlungen auf bergigen Hügeln gegründet und es ist ein ermüdender Anstieg notwendig, um sie zu erreichen. Dies ist empfehlenswert für diejenigen, die für Archäologie Interesse zeigen oder die es lieben, in der Natur zu wandern und Entdeckergeist an den Tag zu legen. Lassen Sie uns auch erwähnen, dass der Ausblick auf die Umgebung meist beeindruckender ist als die Ruinen selbst (im Kapitel "Leitfaden Bodrum" erfahren Sie mehr über Wanderwege, die auch zu den antiken Siedlungsorten führen. Schauen Sie unter "Wanderwege in der Umgebung von Bodrum" nach).

Pedasa liegt in 4 km Luftlinie von Bodrum entfernt, auf einem der bewaldeten Hügeln. Da es keine Straßen gibt, können Sie den Ort nur zu Fuß erreichen – ein vergnüglicher Spaziergang, auf dem Sie Außergewöhliches entdecken können. Die Ruinen stehen an einer Stelle von 150 m Durchmesser auf dem Hügel. Im Allgemeinen sind Reste der Stadtmauern und eines Innenturmes zu sehen. Auf den Abhängen dagegen, die von der Ruinenstätte nach Süden und Südosten abfallen, stehen Grabmale der Lelegier.

Telmissos liegt in dem Dorf Gürece, 2 km nach der Kreuzung in Richtung Gümü_lük, das wiederum 3 km von Ortakent, das auf der Straße Bodrum – Turgutreis liegt, entfernt ist. Der Hügel, auf dem sich die Ruinen befinden, liegt im Norden der Hauptstraße. Dort kann man Ruinen eines Turmes aus der hellenistischen Zeit besichtigen. Der Geschichtsschreiber Herodot berichtet, dass in Telmissos ein Apollon-Tempel stand, der als Wallfahrtsort ziemlich berühmt war. Von dem Tempel sind keine Spuren erhalten.

Auch Müsgebi in Ortakent ist eine Siedlung der Lelegier. Bei Ausgrabungen im Nekropol der Siedlung fand man mykenische Tonkrüge und Schüsseln, die auf das 15. – 13. Jahrhundert datiert werden.

Die Festung Aspat liegt auf den Gipfeln eines konischen Hügels, der auf die Bucht Aspat/Akyarlar blickt. Die antike Siedlung Termera dagegen liegt 2 km weiter oben auf dem Asarlýk-Hügel, 1 km über dem Dorf Mandra. Zwischen Aspat und dem Dorf Mandra gibt es keinen befahrbaren Weg, man muss also laufen. Jedoch kann man Mandra mit dem Fahrzeug über eine Straße erreichen, die in dem Dorf Gürece, wo auch Telmissos liegt, beginnt.

Auch die Stadt Termera war wie die anderen lelegischen Siedlungen gebaut, aber heute sind so gut wie keine Ruinen erhalten.

Der Innenturm auf dem Gipfel ist vollständig zusammengebrochen, nur ein weiter unten liegender Teil der Stadtmauer ist noch zu sehen. Auch das Alte Myndos ist eine lelegische Stadt, ein Kilometer von Kadýkalesi entfernt im Landesinneren auf dem Hügel gelegen, den man "Bozdað" nennt. Einen befahrbaren Weg gibt es nicht, der Fußmarsch dauert etwa eine Stunde. Auf dem Hügel kann man die Mauern der Stadt und den Grundriss eines viereckigen Bauwerkes erkennen. Überaus eindrucksvoll ist der Ausblick auf die heutige Stadt Gümü_lük und auf einen großen Teil der Halbinsel. Die Bevölkerung des Alten Myndos siedelte sich in der Zeit des 2. Mausolos im Neuen Myndos an, das genau an der Stelle des heutigen Dorfes Gümü_lük lag. Die antike Stadt wurde nach der Zeit des 2. Mausolos nicht weiter ausgebaut und war unter römischer Herrschaft so gut wie dem Vergessen anheim gegeben, weshalb heute kaum noch Überreste erhalten sind, wie das auch bei anderen Stätten der Halbinsel der Fall ist. Die Stadtmauern des Neuen Myndos sind auch von einer kleinen Insel aus zu sehen, die gegenüber von Gümü_lük liegt. Fährt man von Turgut Reis aus bis zu der Abbiegung nach Gümü_lük und setzt den Weg Richtung Gümü_lük einen Kilometer weit fort, so sind auf einer Strecke von 50 m von weitem Felsengräber zu erkennen.

Auf zwei Hügeln über dem Dorf Geriþ, 3 km im Südwesten von Yalýkavak, stehen Ruinen einer lelegischen Siedlung, von der man annimmt, dass ihr Name "Uranion" lautete. Auf dem Hügel, der an die Küste grenzt, stehen Ruinen eines Mausoleums, der Stadtmauer und eines Festungturms. Auf dem anderen Hügel kann man Überreste der Stadtmauer sehen. Auf einem der kleinen Hügel von Türkbükü und Gölköy findet man die Siedlungen Madnasa (auf dem Hügel Kökpýnar) und Sibda/Side (auf dem Hügel Karadað). Bis heute erhaltene Überreste von je beiden Siedlungen sind Ruinen der Stadtmauer und des Innenturms auf der Akropolis sowie in der Umgebung verstreut liegende Keramikteile von Töpfen und Schüsseln. Um Sibda zu erreichen, muss man von Yukarý Gölköy aus über das Dorf Belen fahren. Von dort aus führt ein 40 minütiger Fußweg zuerst zu Ruinen einer Kirche und einer Festung, danach erreicht man über einen weiteren 40 minütigen Fußweg den Gipfel von Karadað, auf dem die Ruinen von Sýbda liegen. Weniger die Ruinen als vielmer der Ausblick auf einen Teil der Halbinsel ist lohnenswert. Auf der Seite der Halbinsel, die auf den Golf von Gökova schaut, liegen auf der Spitze eines Hügels über der Siedlung Alazeytin, die zu dem Dorf Çiftlik gehört, die Ruinen der Stadt Syangela. Man erreicht diese Stätte über einen 20 minütigen Fußweg, der am Ende der Siedlung Alazeytin beginnt und durch eine Gegend voller Olivenbäume führt. Von der Stadtmauer, von Häusern und anderen Gebäuden sind Überreste erhalten. Von dem Hügel aus kann man über den Golf von Gökova und die Insel Orakblicken. Thaengela hingegen, das der 2. Mausolos gründete, um die Bevölkerung von Syangela dort anzusiedeln, liegt auf einem Hügel, 1,5 km über dem Dorf Etrim. Dieses Dorf ist wiederum dem Dorf Pýnarlýbelen angegliedert, das über der Straße Mumcular – Bodrum liegt. Der Aufstieg von dem Dorf zum Hügel ist ziemlich steil und benötigt deshalb etwas Zeit. Es ist von Vorteil, sich einen Führer aus dem Dorf zu nehmen. Die Ruinen auf dem Hügel sind im Grunde jedoch der Mühen nicht wert, aber wenn Sie Sport machen wollen, das Wetter nicht allzu heiß ist und Sie über reichlich Zeit verfügen, kann ein solcher Entdeckungsmarsch interessant sein. Wie auch bei anderen lelegischen Siedlungen sind in Thaengela Überreste der Stadtmauer und des Innenturmes erhalten. Weiterhin können Sie in dieser antiken Stadt, die auch Spuren der hellenistischen Zivilisation trägt, Ruinen eines Bauwerkes sehen, das einem Stadium ähnelt, sowie Überreste von Grabmalen, öffentlichen Gebäuden, Häusern, Gruben und Zysternen.

Kndye liegt auf einem hügeligen Gelände zwischen den Dörfern Kemikler und Sýðýrtmaç, rechts nach der Abbiegung nach Güllük auf der Straße Milas – Bodrum. In der antiken Stadt Kndye, die nahe zur Hauptstraße liegt, findet man außer dicken Mauerteilen keine weiteren Ruinen. Fährt man von dem Dorf Sýðýrtmaç in Richtung des Golfes von Güllük, so erreicht man an der Spitze einer Halbinsel, die sich entlang der Bucht Varvil audsehnt, die antike Siedlung Bargylia. Die Ruinenstätte liegt 4 km von der Hauptstraße entfernt und man kann sie mit einem Geländewagen erreichen. Indes ist es leichter, wenn man von Güllük aus mit dem Boot kommt. In Bargylia, das unter dem Einfluss der hellenistischen und römischen Zivilisation eine ziemlich glänzende Periode erlebt hat, findet man die Ruinen eines römischen Tempels, die in der Umgebung verstreut herumliegen, sowie Säulen und Mauern des Tempels; einen mit Reliefs verzierten Altar und ein Theater, von dem jedoch nur wenig erhalten ist; sowie Ruinen einer Säulenhalle, deren Sockel bis heute erhalten sind. Weiterhin kann man aus der römischen Epoche einen kleinen Teil eines Aquädukts, Stadtmauern und ein Friedhof aus dem Altertum besichtigen. Von Ruinen auf der Insel Salih gegenüber von Güvercinlik wird behauptet, dass sie der antiken Stadt Karyanda zuzurechnen sind. Von dem Neuen Karyanda dagegen sagt man, dass es sich an der Stelle des heutigen Gölköy befand. Aber an beiden Plätzen sind keine Ruinen zu sehen, so dass diese Behauptungen nicht bewiesen werden können.

 
 
 
 

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