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Wichtige Ausstellungen in den Räumen des Unterwassermuseums von Bodrum

Gesunkene Schiffe aus der Frühzeit:

In dem Raum, in dem die Funde von dem, bei der Insel Yassýada vor der Halbinsel Bodrum gesunkenen Schiffes ausgestellt sind, kann man über einem Modell des besagten Schiffes im Maßstab1:1 umhergehen. Das Schiff, das auf das 6. Jahrhundert n.Chr. datiert wird, hat in Amphoren gefüllten Wein transportiert. Bei Ausgrabungen fand man Töpfe, Speiseüberreste und für die Schifffahrt notwenige Gegenstände im Lagerraum des Schiffes. An diesen Funden erkannte man, dass sie an der Innenseite mit Kautschuk bedeckt waren, denn alle Teile aus Eisen auf dem Schiff hatten sich unter der Einwirkung des Meersalzes aufgelöst. Im Grunde sind alle ausgestellten Eisenteile Kautschukgusse.

Der interessanteste Fund aus dem Schiff hingegen ist eine Waage, auf der der Name des Kapitäns, Yorgo, eingeritzt ist, mit einem Arm in Form eines Schweinekopfes und einem Gewicht in der Gestalt der Göttin Athene. Der Raum, in dem sich diese Ausstellung befindet, wurde von den Rittern als Kapelle benutzt und ist zwischen 1402 und 1437 erbaut worden.

Gesunkenes Schiff und Glasfunde:

Ein Schiff, das an einer kleinen, Serçe-Hafen genannten Bucht in

der Nähe von Marmaris an einen Felsen geprallt und untergegangen ist, ist wegen der Funde, die von ihm stammen, als "Glasschiff" bekannt. Das gesunkene Schiff, das in 32 m Tiefe ruhte und in den Jahren 1977 – 1979 von Prof.Dr. George Bass ausgegraben wurde, ist zum großen Teil erhalten geblieben. Das Ergebnis der Reinigung des Rohglases brachte hervor, dass es sich dabei um Waren von einem Kaufmann handelt, der frei zwischen den islamischen Staaten und dem byzantinischen Reich verkehrte. Das Rohglas wurden zum Einschmelzen mit dem Schiff verfrachtet, um es an Häfen zu verkaufen, wo Neuglas produziert wurde. Unzählige Funde wie Gewichte aus der frühen islamischen Epoche, ein Schwert, Schüsseln mit Löchern zum Abtropfen und Steine eines Dame-Spiels, mit dem sich das Schiffspersonal die Zeit vertrieb, stammen von diesem gesunkenen Schiff. Dieses wird auf das 11. Jahrhundert oder, mit einer genaueren Schätzung, welche durch die Vielfältigkeit der Funde ermöglicht wird, auf das Jahr 1025 datiert. Für diese Ausstellung wird ein gesondertes Eintrittsgeld erhoben und es werden Gruppen von 25 Besuchern gebildet.

Die karische Prinzessin Ada:

In einem Raum im hinteren Teil des Italienischen Turms der Festung von Bodrum sind das Grab und persönliche Gegenstände der Prinzessin Ada aus dem karischen Herrscherhaus Hekatomnos ausgestellt. Mittels kriminalistischen Untersuchungen des Skeletts, das aus einem Grab stammt, auf das man während Ausgrabungen von Fundamenten in Bodrum stieß, konnte festgestellt werden, dass es sich um das Skelett der Prinzessin Ada handeln muss. Aufgrund von Anhaltspunkten wie die das Ähneln der Gesichtszüge, die man durch Fleischansätze rekonstruierte – eine Untersuchung, die auch in England durchgeführt wurde – mit denen eines Porträts von Ada, das man in Priene fand; der persische Einfluss auf ausgegrabenen Schmuckstücken; der Tatsache, dass es sich aus anthropologischer Sicht um eine Frau handeln muss, die viele Geburten hatte; und der Anschein einer Person, die häufig auf Pferden geritten ist, ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass es sich bei dem Skelett um das der Prinzessin Ada handeln muss. Diese Frau von Adel ist im Alter von 44 Jahren gestorben und wurde mit ihrem Schmuck, einem Trinkbecher und goldbesetzten Kleidern in das Grab gelegt. Ein Mäuseskelett wurde zusammen mit den Knochen der Ada gefunden, was darauf hindeutet, dass der Sarkophag der Prinzessin, die etwa 330 v.Chr. gestorben ist, nicht sofort

geschlossen wurde. Als man den Sarkophag dann verschließ, legte man große Steinblöcke auf ihn. Die karische Prinzessin wurde zusammen mit einem Videofilm, der die Ausgrabung der Funde zeigt, die im Raum der Ada-Ausstellung zu sehen sind, mit einer Chronologie des Stammbaumes sowie mit Zierrat und Möbeln gemäß der Beispiele, wie sie in dem Raum mit der Sammlung von Stücken aus der Epoche zu finden sind, von Priene in das Britische Museum gebracht. Im Museum von Bodrum ist eine Kopie des Kopfes der Ada aus Gips zu besichtigen.

Auch für diese Ausstellung muss man eine gesonderte Eintrittskarte erstehen.

Gesunkene Schiffe aus der Bronzezeit:

Eine Ausstellung im vorderen Teil des Englischen Turmes birgt die ältesten Funde aus türkischen Gewässern. Der größte Teil dieser Funde besteht aus großen Töpfen und bauchigen Tongefäßen, die von einem Schiff stammen, das bei _eytanderesi gesunken ist, und die man in einem Erdriss im Golf von Gökova gefunden hat. Die Funde, von denen keine Informationen über das Schiff gewonnen werden konnten und die man auf das 16. Jahrhundert v.Chr. datiert, sind mit großer Wahrscheinlichkeit Produkte eines Töpferzentrums, das der Stadt Keramos ihren Namen verlieh. Im gleichen Raum ist einen weiteres, berühmtes Schiff ausgestellt, das bei der Landzunge Gelindonya gesunken ist. Von ihm stammen Bronzeschilder, ein Amboss und Geräte  für die Schifffahrt und Landwirtschaft.

Das gesunkene Gelindonya-Schiff ist auch dafür bekannt, dass es sich hierbei um die älteste Ausgrabung eines historischen Schiffes handelt, die je in der Türkei durchgeführt wurde. Das Schiff ist von Palästina/Kanaan aus abgefahren und war laut ägyptischen

Dokumenten ein Handelsschiff. Es wird auf das 13. Jahrhundert v.Chr. datiert. Von ihm stammt auch eine Schüssel aus der mykenischen Kultur. Eine weitere Ausstellung zeigt Funde von einem bei Ka_-Uluburun gesunkenen Schiff. Diese Funde, die zusammen mit einem Aufriss des Schiffes im Maßstab 1:1 und Geländeproben, wie man sie unter Wasser fand, ausgestellt werden, sind Handelsgüter aus Ägypten, Kanaan und Zypern. Rohmaterialien wie Elfenbein und Ebenholz, die in der Ladung des Schiffes gefunden wurden, stammen aus Afrika. Auch wurde unbearbeitetes Kupfer aus Zypern ans Tageslicht befördert. In für Kanaan typischen Amphoren brachte man Weihrauch in Tropfenform von der Halbinsel Arap. Weiterhin konnten unvergleichliche Funde wie ein goldender Siegel, der an den Eisenhändler der ägyptischen Königin Nerfertiti verkauft wurde, ein Buch aus Holz mit Elfenbeinschanieren, eine Statue des Gottes Kenan, dem Schutzpatron des Schiffes, und blaues Rohglas aus Ägypten erlangt werden. Das Schiff wird aufgrund der Baumringe des Holzes, aus dem es gebaut wurde, auf das Jahr 131 v.Chr. datiert. Auch für diese Ausstellung ist eine gesonderte Eintrittskarte notwendig.

 
 
 
 

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